Geschichte


Angeregt durch die in anderen Bundesländern bestehenden Jagdschutzorganisationen wurde der Bund Bayerischer Jagdaufseher (BBJA) am 10. Juli 1982 in Reichertshofen mit Unterstützung des Landesjagdverbandes Bayern gegründet.


Der BBJA ist korporatives Mitglied im Landesjagdverband Bayern und wurde im Jahr 1994 in das Vereinsregister beim Amtsgericht Augsburg eingetragen.


Am Gründungstag zählte der BBJA 10 Mitglieder, mit Stand Dezember 2009 sind es ca 800 Mitglieder.



Aufgaben des Revierinhabers


Im Bundesjagdgesetz (BJagdG) wird in Abschnitt VI (§23ff) der Jagdschutz als Aufgabe aller Jagdausübungsberechtigter definiert.

Die Aufgabe des Jagdschutzes wird im Bayerischen Jagdgesetz (BayJG) in Abschnitt VII (Art.40ff) aufgegriffen und konkreter dem Revierinhaber übertragen. Dieser "kann zum Schutz der Jagd volljährige, zuverlässige Personen als Jagdaufseher anstellen."(Art.41) (näheres siehe unten "Jagdaufseher").


Der Jagdschutz umfaßt gem. BJagdG §23 "den Schutz des Wildes insbesondere vor Wilderern, Futternot, Wildseuchen, vor wildernden Hunden und Katzen sowie die Sorge für die Einhaltung der zum Schutz des Wildes und der Jagd erlassenen Vorschriften.". Im BayJG werden diese Aufgabenfelder näher bestimmt (Art.42) und um die Biotophege und Wildfütterung ergänzt (Art.43).


Indirekt ergeben sich daraus unter anderem folgende Aufgaben des Revierinhabers:

  • Verhütung von Wildunfällen
  • Führung und Einsatz eines brauchbaren Jagdhundes
  • Bau und Erhalt von Revieranlagen
  • Raubwildbejagung
  • Führung von Jagdgästen
  • ständige Weiterbildung

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Jagdaufseher


Wie bereits erwähnt, kann der Revierinhaber "zum Schutz der Jagd volljährige, zuverlässige Personen als Jagdaufseher anstellen."(BayJG Art.41). Dazu sind (ausser für hauptberuflich angestellte Jagdaufseher) weder im BJagdG noch im BayJG besondere Qualifikationen vorgeschrieben. Tatsächlich darf die Jagdbehörde die Bestätigung nur versagen, "wenn der Jagdaufseher nicht Inhaber eines gültigen Jahresjagdscheins ist oder Bedenken gegen seine persönliche Zuverlässigkeit oder fachliche Eignung bestehen.(BayJG Art.42). In der Praxis verlangen die Jagdbehörden aber den Nachweis der fachlichen Eignung, meistens durch eine abgeschlossene und anerkannte Ausbildung zum Jagdaufseher und eine gewisse Jagderfahrung.


Somit kann man im Wesentlichen zwischen folgenden Arten von Jagdaufsehern unterscheiden:

  • Hauptberufliche Jagdaufseher
    "Hauptberuflich angestellte Jagdaufseher sollen Berufsjäger oder forstlich ausgebildet sein."(BJagdG §25 Abs.1).Sofern sie diese Bedingungen erfüllen, haben sie "innerhalb ihres Dienstbezirkes in Angelegenheiten des Jagdschutzes die Rechte und Pflichten der Polizeibeamten und sind Ermittlungspersonen der Staatsanwaltschaft."(BJagdG §25 Abs.2). Gemäß BayJG Art 42, Abs.3, hab sie ausserdem die Aufgaben und Befugnisse der Naturschutzwacht. (Dazu vgl. BayNatSchG Art.43)
  • Bestätigte Jagdaufseher
    Die durch die untere Jagdbehörde bestätigten Jagdaufseher haben die selben Rechte und Pflichten des Jagdschutzes wie der Revierinhaber. Wenn sie Berufsjäger oder forstlich ausgebildet sind, treffen auf sie die selben Rechte und Pflichten zu, wie bei den hauptberuflich angestellten Jagdaufsehern (BayJG Art.42, Abs.3 und BJagdG §25, Abs.2).
  • Nicht bestätigte Jagdaufseher mit anerkannter Jagdaufseher-Ausbildung, aber ohne behördliche Bestätigung als Jagdaufseher für ein Revier.
    Rechtlich gesehen sind diese Jäger also - sofern sie von einem Jagdausübungsberechtigten eine Jagderlaubnis erhalten - normale Jagdgäste.. (BayJG Art. 17).
    Allerdings kann Ihnen auch also solche die Ausübung des Jagdschutzes in begrenztem Rahmen erlaubt werden (BayJG Art 41, Abs. 4).
    Als Mitglied im BBJA genießen haben sie aber die Möglichkeit, die hervorragenden internen Weiterbildungsmöglichkeiten zu nutzen.

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Jagdpolitische Ziele


Der Bund Bayerischer Jagdaufseher vertritt die jagd- und naturschutzrechtlichen Interessen seiner Mitglieder, um sie in einer verantwortungsvollen und professionellen Wahrnehmung ihrer Aufgaben zu unterstützen. Dazu gehören ständige interne Aus- und Weiterbildungen und Pflege jagdlichen Brauchtums genauso, wie die Vertretung politischer Forderungen nach aussen. Unter anderem sind dies in Schlagworten:

Beibehaltung

  • der bisherigen jagdrechtlichen Regelungen nach Bundes- und Landesrecht
  • des Reviersystems und den bisherigen Reviermindestgrößen
  • der Fallenjagd
  • der Wildfütterung in Notzeiten bzw. zur Verminderung von Wildschäden
  • des Jagdschutzes im bisherigen Umfang
  • der Rabenvogelbejagung, Wiedereinführung der Ringeltaubenbejagung im Frühjahr
  • der Beizjagd
  • der Ausbildung/Prüfung von Jagdhunden (einschliesslich Kontakt mit lebendem Wild)
  • der sich an den land- und forstwirtschaftlichen Zielen der revierspezifischen Lebensräume orientierenden Wildhege unter Berücksichtigung des Biotop- und Artenschutzes.

Veränderung

  • Verbesserung der jagdlichen Qualifikation der unteren Jagdbehörde durch die Anstellung eines Berufsjägers und Verbleib von 50 % der Jagdförderabgabe bei der unteren Jagdbehörde zur Förderung regionaler jagdlicher Projekte
  • Abschussplan für Rehwild nur noch zwischen Jagdgenossenschaften und Revierinhabern, Abschaffung der Vegetationsgutachten
  • Ermässigte Jagdscheingebühr und Jagdförderabgabe für bestätigte Jagdaufseher
  • Keine Eigenbewirtschaftung der Reviere durch die Jagdgenossenschaften
  • Bestätigung von Jagdaufsehern nur nach Absolvierung eines Jagdaufseherlehrgangs mit den zwischen dem BBJA und BJV vereinbarten Lerninhalten

Freiwillige Selbstauflagen

  • Verzicht auf Bleischrot bei der Wasservogelbejagung
  • Einsatz für tierschutzkonforme, Artenvielfalt erhaltende, waidgerechte Jagdausübung.
  • In Zusammenarbeit mit den Landwirten / Jagdgenossenschaften Durchführung von Massnahmen zum Erhalt und der Verbesserung von Lebensräumen für Wildtiere (Pflanzung von Hecken, Verbissgehölzen, Schaffung von Feuchtbiotopen, Anlage von Äsungsflächen, Vogel-,Fledermaus- und Insektenschutz, Aufklärung der erholungssuchenden Bevölkerung)
  • Freiwilliger Nachweis der Teilnahme an Übungsschiessen für Jagdaufseher

Dabei strebt der BBJA eine konstruktive und vertrauensvolle sowie kooperative Zusammenarbeit mit dem Bund Bayerischer Berufsjäger an.

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