w Bund Bayerischer Jagdaufseher

Mitgliedervollversammlung in Himmelkron
am 20.Juni 2015


Am 20. Juni 2015 konnte der 1. Vorsitzende des Bundes Bayerischer Jagdaufseher Hubert Witt 47 Jagdaufseher aus ganz Bayern zur diesjährigen Mitgliedervollversammlung im Gasthof „Opel“ in Himmelkron/ Oberfranken sowie den Regierungsjagdberater Oberfrankens Dr. Fritz Moreth begrüßen.

Der Vormittag war der Fortbildung der Jagdaufseher gewidmet. Den ersten Vortrag hielt in Vertretung für den Referenten Roland Zeitler, der Rechtsanwalt Oliver Heinekamp.
Das mit Spannung erwartete Fortbildungsthema widmete sich den Praxistests Roland Zeitlers, der sich seit Jahren intensiv dem Einsatz bleifreier Munition widmet.
Zuerst wurden die verschiedenen Geschossarten und ihre Wirkung im Wildkörper erklärt. Bei dem Praxistests zu den einzelnen bleifreien Geschossarten wurde festgestellt, je schneller die Geschwindigkeit des Geschosses umso stärker die Aufpilzung. Einen unerwarteten Unterschied im Restbleigehalt der Geschosse konnte Zeitler in verschiedenen Produkten nachweisen. So haben amerikanische bleifreie Geschosse keinen Bleigehalt, hingegen die Europäischen einen Restbleigehalt von 3-4 Prozent.
Zeitler fasste die Probleme bleifreier Geschosse folgendermaßen zusammen: Eine ansprechende Trefferquote erzielt man nur mit dem passenden Geschossen zum Lauf. Ein Ausprobieren der Munition mit einem eventuellen Laborierungswechsel ist notwendig. Enttäuschend auch die Lauflebensdauer, sie ist bei bleifreier Munition halbiert. Es trat bei allen Tests eine teils mangelhafte Schusswirkung auf, die laut Zeitler bislang unzureichend wissenschaftlich erforscht ist.
Zeitler hat bei seinen Schusswirkungstests neben der Verwendung von Wildkörpern auch Tests an Gelatineblöcken durchgeführt. Hier konnte besonders wirkungsvoll die unterschiedliche Geschosswirkung untersucht und dokumentiert werden. Dabei zerlegten sich einige Geschossarten wie bleihaltiges Geschoss, andere wiederum wirkten wie Vollmantelgeschosse, ohne nennenswerte Aufpilzung im Wildkörper oder Gelatineblock.
Beim Schussverhalten mit bleifreier Munition ist zudem ein Umdenken gefordert. So muss jetzt aufs Blatt geschossen werden, um Treffer durch Sekundärgeschosse sprich Knochensplitter zu verstärken. Grundsätzlich muss ein rasantes Kaliber gewählt werden. Zeitler empfiehlt .264 Win.Mag und .26 Nosler.
Zeitler stellte zudem fest dass eine Umweltbelastung bei bleihaltigem Geschoss geringer als bislang angenommen ist. So kapselt sich Blei ab und wird nicht ans Wasser abgegeben. Um einer Bleivergiftung von Greifvögeln und Wildtieren vorzubeugen, sollte der Aufbruch grundsätzlich vergraben werden. Ein weiteres Argument liefern Norwegen und Schweden. Hier war bleifreie Munition schon gesetzlich vorgeschrieben worden. Aus sachlichen Gründen wurde dies jedoch wieder zurückgenommen. Das Fazit Zeitlers: Bei ausreichender Suche nach dem richtigen Geschoss wird es einen praktikablen Einsatz geben aber bleifreie Munition ist und bleibt im Moment noch keine optimale Alternative.

Im Anschluss referierte Adolf Reinel, 1. Vorsitzender der Jägervereinigung Bayreuth zum Thema: „Saugatter“ Dabei erklärte er das ein Schwarzwildgatter ein jagdkynologische Einrichtung ist, die zur Vorbereitung der Eignungsfeststellung von Hunden dient, die bei der Schwarzwildbejagung und hier besonders bei Drückjagden zum Einsatz kommen. Die Hunde lernen im Gatter ohne Selbstgefährdung das Schwarzwild zu finden, aufzumachen und langsam nachzuziehen ohne aber hinterher zu prellen. Im Saugatter Aufseß bei Bayreuth befinden sich vier Bachen und ein kastrierter Keiler. In der Praxis konnte bislang festgestellt werden dass die Sauen sich an die Arbeit mit den Hunden gut gewöhnt haben und sichtlich Spaß an der Arbeit mit den Hunden haben. Dies konnte auch mehrfach unter Einbindung ansässiger Tierschutzorganisationen unter Beweis gestellt werden. Das Gatter hat eine Größe von 4,2ha mit starker Jungaufforstung. In der Praxis wird jeweils nur mit einem Hund gearbeitet. Dieser muss über die notwendigen JGHV Papiere verfügen. Meutehunde sind nicht zugelassen. Im Saugatter arbeiten 4 Gattermeister. Der Hund wird zunächst an der langen Leine im abgetrennten Bereich an die Sauen gebracht. Erst wenn der zuständige Gattermeister sein Einverständnis gibt, wird zusammen mit dem Gattermeister und dem Hundeführer der Hund zunächst wieder an der langen Leine im Gatter an die Sauen herangeführt. Der Gattermeister entscheidet wann der Hund geschnallt an die Sauen gelassen wird. Das Gatter haben seit April 2015 260 Hunde besucht, dies bedeutet einen monatlichen Durchschnitt von 86 Hunden. Für die Aufwandsentschädigung wird pro Hund eine Gebühr von 30 Euro erhoben. Ansprechpartner für das Saugatter Aufseß ist Georg Kostalka zu erreichen unter: 09197-627440 oder geohos@gmail.com

Am Nachmittag begann der offizielle Teil der Veranstaltung. Nach dem Totengedenken kamen die Ehrengäste zu Wort. Der Landrat des Landkreises Kulmbach Klaus Peter Söllner, der 1. Bürgermeister von Himmelkron, Gerhard Schneider, Adolf Reinel, 1. Vorsitzender des Jägervereins Bayreuth, sowie der Regierungsbezirksvorsitzende des BJV von Oberfranken Prof. Dr. Hartmut Wunderatsch. Alle lobten die gute Zusammenarbeit zwischen Land- und Forstwirtschaft mit der örtlichen Jägerschaft. Prof. Wunderatsch ließ den aus familiären Gründen verhinderten BJV Präsidenten Prof. Dr. Jürgen Vocke entschuldigen und hielt dessen Referat zur aktuellen jagdpolitischen Arbeit des Bayerischen Jagdverbandes. Dabei wurde unterstrichen dass der BJV als Initiator der Bürgerallianz Bayern mit 1,7 Mio Mitgliedern verstärkt Gehör bei der Politik erhält. Ein weiterer Meilenstein sei mit der Gründung der Bayerischen Akademie für Jagd und Natur mit ihrem Sitz in der Landesjagdschule Wunsiedel gelegt worden und der Einführung von Wildtierlebensraumberatern.

Zu den Forderungen des BJV gehört das über staatliche Bezuschussungen neu nachgedacht werden muss. 11,9 Mio werden jährlich für die Amphibienüberquerungen aufgewendet. Eine Mittelverteilung sollte auch an die Jäger weitergegeben werden, beispielsweise in Form von kostenfreien Trichinenuntersuchungen oder Wildschutzzäunen. Das Verbissgutachten sollte in den grünen Hegegemeinschaften auf alle 6 Jahre begrenzt werden. Eine weitere Forderung des BJV ist, dass Drückjagden nach dem 15. Januar auf Schwarzwild beschränkt bleiben und das bei Gesellschaftsjagden der Jagdleiter den Übungsschießnachweis der Jagdteilnehmer einfordert. Nur so ist eine waidgerechte Drückjagd gewährleistet. Weiter informierte Prof. Wunderatsch das 30 Anträge für ein Nachtzielgerät bei den bayerischen Behörden eingegangen seien. Diese liegen nun beim BKA. Eine waffenrechtliche Genehmigung steht noch aus. Ein Rückschlag sei beim diesjährigen KULAP Programm zu verzeichnen, da es bei den durch das KULAP geförderten Blühmischungen zu einem Engpass käme und diese nun ausverkauft seien.

Im Anschluss folgte der Bericht des 1. Vorsitzenden Hubert Witt. Er bedankte sich zunächst bei Gerhard Weiss für dessen Organisation rund um die Mitgliedervollversammlung in Himmelkron. Er entschuldigte den Ehrenvorsitzenden Franz Obermüller, der wegen einer Überschneidung des zur Zeit stattfindenden Jagdaufseherkurses in Schwaben nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnte und bedankte sich noch einmal sehr herzlich für dessen Engagement, wie auch bei den anderen Referenten des Bundes Bayerischer Jagdaufseher Dr. Hans Bösebeck, Armin Joscht, Conny von Welser, Walter Heußler und Wolfgang Zankl recht herzlich. Die positive Teilnahme an der diesjährigen Messe Augsburg sei nicht zuletzt auf die erfolgreiche Durchführung der Bezirkzvorsitzenden Schwabens Richard Wichmann, Markus Grimm und dem stellvertretenden Vorsitzenden Christoph Wenger zurückzuführen. Allein auf der Messe konnte ein großer Teil der 24 Teilnehmer für den diesjährigen Jagdaufseherkurs angeworben werden. Bei der Mitgliederentwicklung sei es seit den ersten eigeninitiierten Jagdaufseher Lehrgängen und allen Jagdaufseherlehrgängen an denen der BBJa beratend zur Seite stand zu einer erfreulichen Mitgliedersteigerung kommen. Allein im letzten Jahr war ein Zuwachs von 91 Mitgliedern zu verzeichnen. Aktuell hat de BBJa 794 Mitglieder. Der Beitritt zur Bürgerallianz Bayern und hier besonders das Engagement von Hubert Heußler und Günter Tobies seinen ein voller Erfolg. Hubert Witt versprach das Aus- und Weiterbildungen ein zentrales Thema des BBJa bleibt. Ebenso wie die erfolgreiche Zusammenarbeit mit anderen Jagdverbänden im In- und Ausland, sowie dem Präsidium des BJVs. Die zentralen Aufgaben für die Zukunft müssten sein: Anerkennung der Tätigkeit der Jagdaufseher, vermehrte Zusammenarbeit mit den Kreisgruppen des BJV. Weitere Fortbildungen wie beispielsweise Qualifizierung im Umgang mit Verbißgutachten. Die Messebeteiligungen Landshut und Augsburg, sowie eine Steigerung der Öffentlichkeitsarbeit durch Journal, Internetauftritt und der intensiven Zusammenarbeit mit den Multiplikatoren der Jagdpresse. Das Ziel - Gewinnung von Neumitgliedern und Fördermitgliedschaften.

Hubert Witt wandte sich noch mal an alle Mitglieder das SEPA Formular ausgefüllt an den Schatzmeister weiterzuleiten. Das Formular ist auch auf der Website des BBJa herunterzuladen oder bei Anita Greger, erhältlich.

Anschließenden folgte der Bericht des Schatzmeisters Günter Tobies und dessen Entlastung durch die Kassenprüfer.

Im Anschluss fanden die Ehrungen statt. Die Verdienstnadel in Bronze für ihre Verdienste um den BBJa erhielten Hans-Jürgen Rosar und Günter Noe.
Das Verdienstabzeichen in Silber erhielten Dr. Hans Bösebeck und Alois Pritzl.
Das Verdienstabzeichen in Gold wurde Hermann Seidl und Toni Nagler überreicht.

Die nächste Mitgliedervollversammlung mit Neuwahlen findet am 4.6.2016 im Bezirk Schwaben ausgerichtet durch dessen Vorsitzenden Richard Wichmann statt.

Die Jagdhornbläser des BBJa beendeten stimmungsvoll die diesjährige Mitgliedervollversammlung.


Ehrengäste und Vorstandschaft des Bundes Bayerischer Jagdaufseher: (v.l.n.r.)
Ehrengäste und Vorstand Günter Tobies (Schatzmeister BBJa), Walter Heußler (1. stellv. Vorsitzender BBJa), Christoph Wenger (2. Stellv. Vorsitzender BBJa), Klaus Peter Söllner (Landrat des Landkreises Kulmbach), Hubert Witt (Vorsitzender BBJa), Adolf Reinel (1. Vorsitzender des Jägervereins Bayreuth), Prof. Dr. Hartmut Wunderatsch (Regierungsbezirksvorsitzender des BJV von Oberfranken) Gerhard Weiß (Bezirksvorsitzender BBJa Oberfranken), Gerhard Schneider (1. Bürgermeister Himmelkron)

Die Geehrten des BBJa und die Vorstandschaft: (v.l.n.r.)
Geehrte und Vorstand Christoph Wenger (2. Stellv. Vorsitzender BBJa), Hubert Witt (Vorsitzender BBJa), Walter Heußler (1. stellv. Vorsitzender BBJa) Herman Seidl, Prof. Dr. Hartmut Wunderatsch (Regierungsbezirksvorsitzender des BJV von Oberfranken), Günter Noe, Hans-Jürgen Rosar, Alois Pritzl, Dr. Hans Bösebeck und Toni Nagler.

Katharina Weinberger






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