Bezirksversammlung
der Oberbayerischen BBJA Jagdaufseher
in Bad Tölz

Jagdhornbläser zu Beginn der Bezirksversammlung

Zur diesjährigen Versammlung am 8.03.2014 konnte der Bezirksvorsitzende Klaus Peters 39 Teilnehmer in der Alten Schießstätte begrüßen. Neben dem Kemptener Kreisgruppenvorsitzenden Manfred Werne waren auch Jürgen Wefelscheid von der Kreisgruppe Bad Tölz, der Vorsitzende des Hochwildausschusses Anton Krinner , der stellvertretende Vorsitzende des BBJa Walter Heußler, der Schatzmeister des BBJa Günter Tobies sowie der Hauptreferent des Tages Dr. Helmut Fischer Kreisgruppenvorsitzender von Bad Kissingen. Unter den anwesenden Jagdaufsehern waren außerdem der neugewählte stellvertretende Regierungsbezirksvorsitzende des BJV und Kreisgruppenvorsitzender Werner Fröwis, das Ehrenmitglied Georg Bromme, die Redakteurin unseres Journals Katharina Weinberger sowie die Verwalter unserer beiden Internetseiten Ralf Kotthaus und Holger Jansen.
Neben Bürgermeister Janker und Landrat Niedermaier, die wegen kommunalpolitischer Veranstaltungen anderweitig gebunden waren hatten sich 12 weitere Mitglieder wegen Krankheit oder anderer Termine entschuldigt.
In seinem Grußwort hieß Jürgen Wefelscheid die Jagdaufseher in Bad Tölz herzlich Willkommen. Außerdem ging er kurz auf die Geschichte der Alten Schießstätte ein. Walter Heußler überbrachte Grüße von der Vorstandschaft des BBJa.
Nach einem kurzen Grußwort von Anton Krinner gab es ein Totengedenken an den im letzten Jahr verstorbenen Ehrenvorsitzenden Rudi Falke und an Anton Papenberger, das von den Bläsern mit Jagd vorbei und Hallali beendet wurde.

Anschließend berichtete Anton Krinner über die Situation des Rotwildes in Bayern, wobei er im Speziellen auf die Bestandsdichte, die unterschiedlichen „Jagdstrategien“ im Staatsforst und den Privatrevieren sowie auf die Auswirkungen der Kirrung auf das Wanderverhalten und die Schadensentwicklung in den unterschiedlichen Revieren einging. Er bemängelte unter anderem, das durch falsche Abschussdeklaration ein erlegter Hirsch zu einem weiblichen Hirsch wird und der Bestand dadurch nur steigt. Zum Teil wird dadurch der körperliche Nachweis für den Abschuss des weiblichen Rotwildes gefordert.
Des weiteren berichtete über den Tbc -Stand beim Rotwild. Hier war zu erfahren dass außer im Allgäu mit 16 positiven Tieren und zwei im Landkreis GAP keine weiteren Fälle aufgetreten waren und somit keine Seuchengefahr vom Rotwild ausgehe. Die Jäger hatten mehr als die geforderten Proben erbracht die dieses Ergebnis untermauerten. Er kritisierte den skandalösen Abschus des Rotwildes in einigen Wintergatter durch einige Berufsjäger so dass dann ein in Panik geratenes Rudel Hirsche einen Zaun durchbrachen wobei es zu gebrochenen Läufen einzelner Tiere kam. Er berichtete aber auch davon dass sich einige Kommunen nach den Ergebnissen der Untersuchungen von dieser Art der Bestandsreduzierung entfernten. Anton Krinner bemerkt nebenbei , dass Tbc nicht nur beim Rotwild vorkommt sondern auch beim Biber und bei Rindern wobei die Ansteckung nach wie vor unklar sei. Über den Stand bei den Rindern konnte er allerdings keine Auskunft geben. Dies wiederum konnte der stellvertretende Bezirksvorsitzende Ludwig Fesenmeier. Er berichtete von mittlerweile 800 gekeulten Rindern überwiegend im Allgäu und drei gesperrten Betrieben. Er erklärte das es durch die seit Jahrzehnten nicht mehr stattfindenden Untersuchungen bzw. Impfungen bei den Rindern und durch den EU-weiten Rindertourismus nicht mehr möglich ist den Verursacher zu lokalisieren. Da es sich bei der Rinder Tbc allerdings um einen anderen Erreger als bei der Rotwild Tbc handelt, ist es aber zu vermuten, dass nicht das Rotwild der Verursacher ist. Außerdem berichtete er, das es in Bayern 636 Tbc –Patienten gibt. Anton Krinner u. Klaus Peters


Im nächst Referat, das Dr. Fischer hielt, ging es als erstes um AK bei unseren Hunden. Er berichtete von zwei erst kürzlich aufgetretenen Fällen, in denen Hunde, nach dem sie auf Schweinejagden eingesetzt wurden, urplötzlich erkrankten und trotz intensiver Behandlung eingeschläfert werden mussten und sich erst nach mehren Untersuchungen AK diagnostizieren lies. Dr. Fischer Er warnte ausdrücklich davor, Hunde an erlegte Wildschweine bzw. an den Aufbrechplatz zu lassen oder den Aufbruch zu verfüttern oder im Revier an den Luderplätzen auszulegen.
Dr Fischer erklärte, dass nicht jedes infizierte Tier auch ein Ausscheider ist. Der Befall beim Schwarzwild liegt bei ca. 16%. Bei Streßsituationen erhöhen sich die Ausscheider. Darum sollten Drückjagden bis Ende Dezember beendet sein, bzw. bei hoher Schneelage nicht durchgeführt werden.
Bei AK –Diagnose besteht Therapie -Verbot!
Er appellierte an die Jagdaufseher von erlegten Schwarzwild Schweißproben zu nehmen und diese beim zuständigen Veterinäramt abzugeben. Dort würden diese auf AK und auf Schweinepest untersucht.

Diese Aufforderung war auch gleichzeitig die Überleitung zum zweiten Teil seines Vortrags – die afrikanische Schweinepest. Er berichtete, das diese über Einfuhren in den Ostblock zu uns nach Europa gelangte und sich sehr schnell Richtung Westen ausbreite. Sie sei mittlerweile in Polen angelangt und die Gefahr ginge nicht nur von den Schwarzkitteln aus, sondern auch über den starken grenzüberschreitenden Straßenverkehr über die Fahrzeugreifen verbreite werden kann.
Dr. Fischer geht davon aus, wenn der Schwarzwildbestand nicht stark reduziert wird, erledigt das die Schweinepest. Und das wird ein wirtschaftliches Desaster werden weil die Schweinepest nicht vor Schweineställen halt machen wird. Für den Menschen ist die Schweinepest ungefährlich. Die Inkubationszeit beträgt 48 Stunden. Sie ist nicht auf andere Tiere übertragbar.

Im dritten Teil seiner Ausführungen ging der Doktor auf den Botulismus beim Wild ein. Er berichtete von vermehrt aufgefundenen toten Rehen in seinem Hegering. Es wurden sowohl abgemagerte Rehe mit verkotetem Spiegel als auch stark im Wildbret stehende Rehe gefunden. Nach längeren Untersuchungen stieß man auf Botulismus. Die Infektion geschieht entweder über Bakterien oder Sporen was eine schleichende Vergiftung bewirkt wodurch die Tiere Durchfall bekommen und abmagern, oder durch eine Intoxikation bei der die Tiere durch konzentrierte Verunreinigung der Nahrung regelrecht vergiftet werden. 600Gramm von diesen Giftes reichen um die Menschheit auszurotten. Das zeigt , das mit dieser Krankheit nicht zu spaßen ist. Es gibt in Deutschland nur vier Labore die Botulismus nachweisen können. Dazu muss eine Probe in den ersten 24 Stunden nach dem Tod genommen und eingefroren werden.
Näheres über diese Krankheit ist in der Wild und Hund Nr.10 vom 19. Mai 2011 nachzulesen.

Die konzentrierte Ruhe während des gesamten Referats selbst während des Essens zeigte wie interessant diese Beiträge waren.

Im Anschluss wurden Ehrungen von langjährigen Mitgliedern vorgenommen:

Die silberne Ehrennadel für 20-jährige Mitgliedschaft erhielten:
Günter Tobies
Johann Bader
Klaus Kirschenhofer
Peter Gruß
Andreas Arz


Die goldene Ehrennadel für 30-jährige Mitgliedschaft erhielten:
Otto Schlagl
Franz Schwaiger
Rudolf Schuster
Rudolf Freund
Georg Frohnwieser
Franz Xaver Eder

Herzlichen Glückwunsch.

Ehrungen

Nach einer halbstündigen Pause ging es dann weiter mit dem Bericht des Vorsitzenden.
Herr Peters berichtete über die Veranstaltungen des vergangenen Jahre die sein Stellvertreter und er durchführten oder besuchten.
Im nächsten Punkt „Verschiedenes“ wurde über Aus- und Fortbildungsthemen diskutiert wobei der Vorsitzende die Anwesenden bat, Themenvorschläge für künftige Fortbildungen zu machen.
Er wies auf den bevorstehenden Motorsägenkurs III hin der nur stattfindet wenn genügend Anmeldungen eingehen.
Außerdem forderte er die Mitglieder auf Öffentlichkeitsarbeit in den Medien zu veröffentlichen – wenigstens in unserem Journal .
Der Landesjägertag in Altötting wurde angesprochen und um rege Teilnahme gebeten ebenso beim diesjährigen Bezirksschießen am 28.06.2014 in Achenwald.
Die Mitglieder wurden aufgefordert ihre SEPA-Nummer an Anita Greger zu melden. Ein Meldeformular befindet sich im Journal 4/2013 oder im Internet
Der Vorstand informierte die Versammlung auch über eine Strafanzeige des BUND gegen die Veranstalter einer revierübergreifenden Drückjagd in Baden-Württemberg.
Zum Schluss bat er die Anwesenden sich bis zur Jahreshauptversammlung Gedanken über die Besetzung des Posten des stellvertretenden Schatzmeisters zu machen da dieses Amt verwaist sei.


Da es keine Wünsche und Anträge gab wurde die Versammlung um 15 Uhr von den Bläsern beendet.



Klaus Peters




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